Aktuell: Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn

Plenum

Die Plena vom Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘ sind wieder im Kiezanker 36, Cuvrystraße 13/14, 10997 Berlin.

Nächster Termin am 29.06. um 19 Uhr —  Einladung zum 1. Berliner Vorbereitungstreffen zur Vorbereitung der Demo am 11. September und unseres Berliner Mietenwahnsinns-Blocks

Bei schönem Wetter treffen wir uns draußen mit genügend Freiraum für Alle. Bei Regen in den Innenräumen — coronabedingt braucht es dafür jedoch einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest.

Weiterhin ist es jedoch auch möglich, Online am Plenum teilzunehmen: Der Online-Zugang läuft über den Verteiler vom Bündnis #Mietenwahnsinn.
Falls ihr nicht auf dem Verteiler seid, fragt bei befreundeten Initiativen nach oder ihr schreibt uns eine Email an: mail(ät)mietenwahnsinn.info

Bleibt gesund und widerständig!

Spenden
Wir sind auf Spenden angewiesen um Aktionen und Demonstrationen zu finanzieren. Für Plakate, Flyer, Technik, Mietwagen etc. brauchen wir finanzielle Unterstützung. Wir sind das ganze Jahr aktiv.
Der Stadtpojekte e.V. sammelt Spenden dafür ein.
Kontoverbindung:
Stadtprojekte e.V.
IBAN: DE96 4306 0967 1223 8251 01
Verwendungszweck: Spende Mietenwahnsinn

Di 29.06.21 um 19 Uhr: 1. Berliner Vorbereitungstreffen

zur Vorbereitung der Demo am 11. September und unseres Berliner Mietenwahnsinns-Blocks

Liebe stadtpolitische Initiativen, Projekte und Gruppen in Berlin! Liebe Mieter*innen!

Wie wir alle wissen, geht der Mietenwahnsinn weiter, und nicht nur in Berlin. Ob Frankfurt, Dresden, München, Leipzig, Hamburg oder Köln: Überall sind Menschen von explodierenden Mieten betroffen, werden Menschen zwangsgeräumt, finden viele keine Wohnung. Die Obdachlosigkeit nimmt zu. Besonders betroffen vom alltäglichen Mietenwahnsinn sind Migrant*innen, Alleinerziehende, von Rassismus betroffene Menschen, Rentner*innen, Geflüchtete, junge Erwachsene und natürlich alle Menschen mit geringem Einkommen.

Der Berliner Mietendeckel wurde gekippt, hohe Nachzahlungen drohen. Durch die Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen bildet sich ein weiterer noch größerer auf Profit ausgerichteter Player auf dem Wohnungsmarkt.

Explodierende Mieten sind kein Naturgesetz, sondern Ergebnis einer kapitalistischen, finanzmarktorientierten, neoliberalen Wohnungspolitik, die das sogenannte Recht der Immobilienkonzerne, hohe Profite mit knappem Wohnraum zu erwirtschaften, immer noch höher einschätzt als das Recht aller Menschen auf angemessenen und bezahlbaren Wohnraum.

Wir sind an vielen Orten betroffen, und wir sind wütend. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass wir gemeinsam die Verhältnisse ändern können und dass eine Welt möglich ist, in der Wohnen Menschenrecht ist und nicht eine zum Höchstpreis verkaufte Ware. Deshalb werden wir am 11. September in Berlin bei einer bundesweiten Groß-Demo mit vielen Initiativen und Bündnissen gegen hohe Mieten und Verdrängung zusammen auf die Straße gehen.

Die ersten Vorbereitungen laufen gerade an. In dieser Demonstration wollen wir einen starken Block des Berliner Bündnisses gegen Mietenwahnsinn auf die Beine stellen. Hierzu rufen wir alle stadtpolitischen Initiativen, Hausgruppen, Projekte, Aktivist*innen und natürlich die Mieter*innen in Berlin dazu auf, diesen Block und die Demonstration gemeinsam vorzubereiten. Es gibt viel zu tun!

Unser erstes großes Treffen zur Vorbereitung der Demo am 11. September und unseres Berliner Mietenwahnsinns-Blocks findet statt am Dienstag, 29. Juni 2021, um 19 Uhr im Kiezanker 36 in Kreuzberg (Cuvrystraße 13/14).

Bei schönem Wetter werden wir uns im Freien treffen. Bei Regen bringt bitte eine FFP2 Maske mit und lasst Euch vorher testen, damit wir uns auch drinnen – mit ausreichend Abstand – treffen können.

Ab diesem Tag werden wir uns voraussichtlich jeden Dienstag treffen. Auch diejenigen, die am 29. Juni nicht können, sind herzlich eingeladen, später einzusteigen!

Aktuelle Informationen zu unseren Treffen und dem Stand der Demo-Planung finden sich auf unserer Webseite: https://www.mietenwahnsinn.info

Wir freuen uns auf Euch!

Euer Berliner Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘

PS: Bitte geht noch nicht mit der Ankündigung der Demo am 11.09. in die breite Öffentlichkeit, an die Presse etc. Es wird einen gemeinsamen Termin für den Beginn der Öffentlichkeitsarbeit noch im Juni geben. Diese Mail soll keine Ankündigungsmail der Demonstration sein, sondern ein Mobilisierungsaufruf zum Treffen am 29.06. und zur Mitarbeit bei der Vorbereitung der Demonstration.

Ort: im Kiezanker 36, Cuvrystraße 13/14

Kontakt: mobi(ät)mietenwahnsinn.info

Termine

So 27.06. ab 16 Uhr Kiezversammlung in Kreuzberg 61

Ort: im Theodor Wolff Park (hinter dem Thommy-Weissbecker-Haus), Kreuzberg
Mehr auf den Webseiten von:
Initiative Mieter:innengewerkschaft Berlin
Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG

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So 27.06. um 17 Uhr Kündigungen und Zwangsräumungen können töten — Trauermarsch für Peter H.

Wir trauern gemeinsam um Peter H. 40 Jahre lebte er in seiner Wohnung, dann sollte er brutal zwangsgeräumt werden. In dieser ausweglosen Situation nahm er sich das Leben.

Ort: Heinrichplatz, Kreuzberg
mehr auf der Webseite vom Bündnis Zwangsräumung Verhindern

Redebeitrag auf der Kundgebung am So 20.06.: Wohnraum ist keine Ware!

vom Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘:

Die geplante Fusion der Deutschen Wohnen mit Vonovia offenbart viele Facetten des aktuellen #Mietenwahnsinns. Beide Konzerne sind sowohl Produkte als auch Akteure des finanzialisierten Wohnungsmarktes, d. h. beide sind Aktiengesellschaften mit regelmäßigen fetten Dividendenausschüttungen und haben als eben diese profitorientierten Immobilien-Großkonzerne jetzt schon viel zuviel Macht und einen mehr als zweifelhaften Ruf.

Und nun ist eine friedliche Übernahme der Deutschen Wohnen durch Vonovia geplant. Vonovia besitzt derzeit 415.000 Wohnungen und die Deutsche Wohnen 155.000. Mit der Fusion würde Europas größter Immobilienkonzern mit über 500.000 Wohneinheiten im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro entstehen.

Das Problem, das dadurch entsteht, ist klar: noch mehr Macht, noch mehr Monopol, noch mehr konzentrierter Einfluss der Finanzwirtschaft auf Politik, Gesellschaft und unsere individuellen Lebensentwürfe.

Die Motivation der Konzerne hinter der Fusion ist simpel: Die Deutsche Wohnen hat sich mehr oder weniger mit der Fixierung auf Berlin verzockt und die Vonovia steht mit ihrem hohen Renditeversprechen unter permanentem Expansions-Drang. Da der Berliner Wohnungsmarkt eng geworden ist, Preisblase und Absturz drohen, soll die Fusion vorbeugend auch die jeweils stärksten Konkurrenten ausschalten.

Die Motivation der SPD an diesem Hinterzimmerdeal ist leider ebenso simpel: Im Wahlkampf die eigenen Koalitionspartnerinnen gegen die Wand laufen lassen, die sich beide für die Enteignung und Vergesellschaftung von Akelius, Deutsche Wohnen & Co. ausgesprochen haben. Und sich selbst als große Ausgleicherin zwischen Mieter*innen-Protest und Spekulanten feiern.

Die hochgepriesenen SPD-Erfolge und Konzern-Versprechen sind alle miteinander eine billige Luftnummer. Die Konzerne versprechen nicht mehr, als sich an geltendes Gesetz zu halten und die SPD lässt sich mit einem überteuerten Rückkauf-Häppchen von 20.000 Wohnungen abspeisen. Wohlgemerkt, das ist nur ein Bruchteil der ehemals landeseigene Wohnungen, die die SPD zusammen mit der Linkspartei vor mehr als 15 Jahren selbst zum Schleuderpreis an Spekulanten verscherbelt hat.

Der Schaden dieses Deals ist immens. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaften verschulden und blockieren sich über Jahrzehnte. Das überteuerte Senats-Rückkauf-Häppchen finanziert die Fusion. Der Druck auf die Mieter*innen steigt. Stadtentwicklung inkl. Neubau wird immer mehr zur Domäne sogenannter privater Investoren. Die Enteignung unter Marktwert wäre dagegen wesentlich nachhaltiger und gerechter. Doch genau der soll durch diesen Deal der Wind aus den Segeln genommen werden.

Wir Mieter*innen verurteilen das andauernde Investorenkuscheln der SPD und die weitere Machtkonzentration privater Immobilien-Konzerne scharf. Wir können es nicht laut und oft genug sagen: Wohnen ist keine Ware! Niemand darf mit diesem zentralen Bereich der Daseinsfürsorge Profit machen! Und außerdem: die Häuser gehören uns, wir haben sie mit unserer Miete schon mehrfach abbezahlt! Nicht zuletzt deshalb fordern wir, endlich  das „Recht auf Wohnen“ ins Grundgesetz aufzunehmen.

Wir rufen alle Mieter*innen auf: vernetzt euch, engagiert euch und akzeptiert nicht, dass mit euer und unser aller Grundbedürfnis nach Wohnen spekuliert wird! Schließt euch einer Mieter*innen-Initiative an oder gründet selbst eine! Tauscht euch mit euren Nachbar*innen aus und tretet euren Vermieter*innen gegenüber als organisierte Hausgemeinschaft auf! Kämpft für eure und unser aller „Recht auf Wohnen“! Schließt euch unserem Protest gegen den Mietenwahnsinn an!

Brandschutz muss Bewohner:innen dienen!

Kein Wahlkampf auf unserem Rücken!
Gegen die Einschränkung der Versammlungsfreiheit!

Am Donnerstag, 17. Juni, soll gegen den Willen der Bewohner:innen eine erneute Brandschutzbegehung im Haus Rigaer Straße 94 durchgeführt werden. Hierfür soll ein weiträumiges Gebiet im Friedrichshainer Nordkiez zur „Roten Zone“ gemacht werden, also von Polizeigittern abgesperrt und bewacht. Von Mittwoch 15:00 Uhr bis Freitag 23:59 Uhr wird die Versammlungsfreiheit aufgehoben. Protest und Gegenöffentlichkeit gegen diese massiven Grundrechtseinschränkungen werden verunmöglicht. Es ist klar, dass es nicht um Brandschutz geht, sondern um ein Exempel an einem politisch missliebigen Haus und um die Spekulation mit Wohnraum.

Wir protestieren entscheiden gegen diese offensichtlich unverhältnismäßigen freiheitseinschränkenden Maßahmen! Der Brandschutz hat im Interesse der Hausbewohner:innen zu stehen. Es ist nicht
hinnehmbar, dass undurchsichtige Immobilieneigentümer ihre spekulativen Absichten ausgerechnet mit Schutzrechten der Bewohner:innen durchsetzen können.

Die Eigentümer der Rigaer Straße 94 wollen mit einem Ex-besetzten Haus spekulieren. Vor Gericht konnten sie jahrelang nicht beweisen, wer überhaupt vertretungsberechtigt ist. In der Rigaer Straße 94 wurden in den letzten Jahren mehrfach Schlägertrupps gegen Bewohner:innen eingesetzt.
Ähnliches trug sich jüngst bei der Räumung der Liebigstraße 34 zu.
Wenige Tage nach der Räumung bedrohten bewaffnete Schläger Journalist:innen und Anwohner:innen. Verbindungen zur organisierten
Kriminalität können nicht ausgeschlossen werden.
Wir fordern den Senat auf sich von diesen dubiosen Strukturen zu distanzieren und die Amtshilfe zu verwehren!

Im Gegenteil hat der Senat die Pflicht das sozio-kulturelle Milieu der ehemals besetzten Häuser zu erhalten. Schließlich war es die Stadt und die Friedrichshainer Wohnungsbaugenossenschaft, die 1992 langfristige Mietverträge mit den Besetzer:innen ausgehandelt haben. Die mehrfachen Eigentumsübertragungen und Verkäufe ändern nichts an der politischen und moralischen Verpflichtung zu den damaligen Verträgen zu stehen.

Wir sind solidarisch mit den Bewohner:innen des Friedrichshainer Nordkiezes!
Für mehr Sozialpolitik und bunte Häuser, statt Versicherheitlichung und „rote Zonen“!

Plenum des Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘ am 15.Juni 2021

Initiative Blaczko Mieter:innen stellt sich vor

Nachdem der Berliner Mietendeckel gekippt wurde und die Blaczko Hausverwaltung mit hämischen Mails an ihre Mieter:innen reagiert hat, haben sich diese in 22 bisher bekannten Häusern organisiert. Die frisch gegründete „Initiative Blaczko Mieter:innen“ hat dabei noch viele weitere Mängel und kleinere wie größere Ungerechtigkeiten aufgedeckt, gegen die sie jetzt mit Unterstützung der Mieter:innengewerkschaft Berlin vorgehen. Als ersten Schritt haben sie Blaczko einen Forderungsbrief übergeben. Bei der Mietenwahnsinndemonstration am Pfingstsonntag (13 Uhr – Potsdamer Platz) wollen sie erstmals sichtbar weren.

Die Initiative Blaczko-Mieter:innen ist eine Vernetzung von Mieter:innen der Blaczko Hausverwaltung Berlin, welche nach aktuellem Kenntnisstand 22 Mietshäuser in Kreuzberg, Neukölln, Wedding und Wilmersdorf besitzt und selbst verwaltet. Auslöser für die Vernetzung war eine sehr unverschämte E-Mail von Blaczko an alle diejenigen Mieter:innen, welche den Mietendeckel eingefordert hatten. Die E-Mail begann nicht, wie man üblicherweise erwarten würde, mit einer Grußformel, sondern mit den Worten „zu früh gefreut“. Es war der hämische Konter auf wochenlange Bemühungen der Mieter:innen, dass Blaczko überhaupt der damals geltenden Auskunftspflicht nach § 6 Absatz 4 des MietenWoG Bln nachkommt. Als wäre das nicht genug Ausdruck ihrer Schadenfreude, waren die E-Mails noch mit Emojis garniert und der Bitte, sich doch baldmöglichst eine neue Bleibe zu suchen, Zitat „solche mieter brauchen wir nicht“.

Im Zuge der Vernetzung haben die Mieter:innen festgestellt, dass kleinere und größere Ungerechtigkeiten in unseren Mietverhältnissen keine Einzelfälle, sondern Blaczko-Standard zu sein scheinen. Wir sprechen von Mieten, die durchschnittlich 50% über dem Mietspiegel liegen, 16-jährige Staffelerhöhungen um bis zu 5,2%, einmalige Vertragsabschlussgebühren für selbstverwaltetes Eigentum, Möblierungspauschalen für nicht existente Möbel, unstimmige Betriebskostenabrechnungen und mehr. Sofern man einen Hauptmietervertrag
hat. Ab Bekanntwerden des Mietendeckels im Juni 2019 wurde Blaczko kreativ und hat Teil-Gewerbe-Mietverträge oder Untermietverträge, wo die Hauptmieter:innen Angestellte der Hausverwaltung bzw. Angehörige der Familie Blaczko sind, abgeschlossen.
Seit Blaczko Notiz von unserer Vernetzung genommen hat, häufen sich Schikanen und Einschüchterungsversuche. Wo die einen vergeblich auf Reparaturen warten, werden andere mit unnötigen Begehungen schikaniert.
Außerdem haben diverse Mieter:innen Abmahungen wegen angeblicher Hetze (Teil dieser Vernetzung zu sein) erhalten und es wurden auch schon bemüht-vertrauliche E-Mails an Mieter:innen geschickt, wo ihnen mitgeteilt wird, Nachbar:in XY hätte sie angeschwärzt.

Das Ziel der Initiative sind rechtmäßige Mietverträge unter Einhaltung der Mietpreisbremse, die Erfüllung der Vermieterpflichten sowie ein zivilisierter Umgangston. Dafür hat die Initiave einen
ausführlichen Forderungsbrief an Blaczko gesendet (siehe Anhang), den sie nun mit Unterstützung der Mieter:innengewerkschaft Berlin durchsetzen wollen.

Pressesprecherin Daniela Haberzettl: „Die Liste der Mängel für uns Mieter:innen bei Blaczko ist lang: Von Untermietverträgen mit Angestellten über hohe Staffelmieten bis hin zu Schikanen von Mieter:innen die sich wehren. Doch wir wollen das nicht länger hinnehmen und organisieren uns jetzt. Das ist unser Zuhause!“

Mio Decker von der Mieter:innengewerkschaft Berlin: „Ein Fall wie Blaczko hatten wir bisher noch nicht. Besonders beunruhigend ist, wie sie Mieter:innen versuchen einzuschüchtern, die ihr Recht nutzen sich
zusammenzuschließen. Wir unterstützen die Mieter:innen wo wir können ihre Forderungen kollektiv durchzusetzen.“

Pressemitteilung 18.05.2021
Pressemitteilung 19.05.2021

Initiative Blaczko Mieter:innen und die
Mieter:innengewerkschaft Berlin

Kontakt:
ini.blaczko@gmail.com
blaczko@mg-berlin.org
Webseite: mg-berlin.org

Kommt zur Mietendemo am 23.05. um 13:00 Uhr am Potsdamer Platz

um ein Zeichen gegen den #Mietenwahnsinn zu setzen: Gegen den Mietenwahnsinn — JETZT ERST RECHT! — natürlich coronakonform mit Maske und Abstand.

Demoroute:

Vollbildanzeige

Nachdem der von uns erkämpfte Mietendeckel uns vom Bundesverfassungsgericht wieder genommen wurde, müssen viele Berliner*innen wieder Angst vor Kündigung und Verdrängung haben.
Nicht nur unser Wohnraum, ganz Berlin ist zum Spielball für Spekulant*innen geworden. Unsere Buchläden, Kiezkneipen, Spätis und Jugendzentren, fallen der reinen Profitsteigerung zum Opfer, werden gekündigt oder geräumt.

Wir sagen: Es reicht! Ihr wollt uns den Deckel nicht lassen? Dann holen wir uns jetzt den ganzen Topf!

Deswegen — lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen und ein starkes Zeichen setzen. Kämpfen wir gemeinsam weiter für die Enteignung der Immobilienkonzerne und die Vergesellschaftung von Wohnraum! Für eine Stadt, in der jede*r leben kann wie sie*er möchte! Und setzen wir den Mietendeckel auf Bundesebene durch!

Es wird bunt und laut. Bringt gerne Topfdeckel mit um Lärm zu machen, zeigt Eure Wut über das Mietendeckelurteil, aber zeigen wir auch unsere Kraft und Entschlossenheit, damit Wohnraum bald keine Ware mehr ist!

Gegen den Mietenwahnsinn — jetzt erst recht!

Pressekonferenz 17.05.2021 zur Demo „Gegen den Mietenwahnsinn — jetzt erst recht!“ am 23.05.2021

vom Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘

Sonntag 23.05. um 13 Uhr Demonstration

Gegen den Mietenwahnsinn — jetzt erst recht!

Wir Mieter*innen sind wütend! Der von uns erkämpfte Mietendeckel wurde uns durch das Bundesverfassungsgericht genommen. Jetzt heißt es wieder verarmen, um die Miete zahlen zu können oder Angst haben vor Zwangsräumung und Verdrängung. Wer kein eigenes Zuhause hat, ist jetzt schon in würdelosen Massenunterkünften eingepfercht. Ist das unser Grundrecht auf Wohnen?!

Nicht nur unser Wohnraum, ganz Berlin ist zum Spielball für Spekulant*innen geworden. Unsere Buchläden, Kiezkneipen, Spätis und Jugendzentren, fallen der reinen Profitsteigerung zum Opfer, werden gekündigt oder geräumt. Das letzte traurige Beispiel dafür ist das selbstverwaltete Jugendzentrum Potse, das kurz vor seiner Räumung steht.

Ihr wollt uns den Deckel nicht lassen? Dann holen wir uns jetzt den ganzen Topf!

Den Marktradikalen und Vermieter*innen rufen wir zu: Das letzte Wort zum Mietenwahnsinn ist noch nicht gesprochen! Wir werden noch entschiedener und lauter auf die Straße gehen und uns gemeinsam für die solidarische Stadt von morgen einsetzen!

Sprecht eure Nachbar*innen an, organsiert euch in euren Häusern, in euren Kiezen, in unserem Bündnis.
Kommt zur Mietendemo am 23.05. um 13:00 Uhr am Potsdamer Platz um — mit Maske und Abstand — ein Zeichen gegen den Mietenwahnsinn zu setzen: JETZT ERST RECHT!

10.05.2021 OFFENER BRANDBRIEF zur Situation der JUGENDKULTUR in BERLIN

Nach jahrelangen Verhandlungen und Gesprächen mit Politiker*innen, einer umfassenden Pressearbeit, kreativen Aktionen und unzähligen (Groß-)Demonstrationen steht es nun endgültig fest: Auch das letzte selbstverwaltete Jugendzentrum muss aus seinen Räumen in Berlin-Schöneberg ausziehen.

Wir sind wütend und erstaunt darüber, dass der Bezirk Tempelhof-Schöneberg und der zuständige Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) das Jugendzentrum Potse — trotz laufender Verhandlungen über mögliche Ausweichquartiere und inmitten eines Lockdowns — am 19. Mai 2021 durch die Berliner Polizei und mit Wohlwollen des Innensenators Andreas Geisel (SPD) räumen lassen will.

In Berlin werden derzeit unzählige Freiräume und Kulturprojekte entmietet, verdrängt und gewaltsam geräumt. Auch vor den Kulturräumen der Berliner Jugend macht das Land Berlin jetzt keinen Halt mehr. Stattdessen soll eine jahrzehntelang gewachsene Jugendkultur in Schöneberg absichtlich zerschlagen und ohne Aussicht auf einen adäquaten Ersatz auf die Straße gesetzt werden.

Was bleibt?

Wie beim Jugendzentrum Drugstore zu beobachten ist, gibt es für dieses, trotz anhaltender Versprechungen seitens der (Bezirks-)Politik, nun seit 2 1/2 Jahren noch immer keine bezugsfertigen Ersatzräume. Dasselbe Schicksal darf der Potse nicht widerfahren, weshalb sie nicht darauf reinfallen werden, erneut auf leere und wertlose Versprechungen von Politker*innen zu hören.

Dass die ausweglose Situation des Jugendzentrums Potse durch ein Versagen der Regierungskoalition aus SPD, LINKEN und Grünen (R2G) hervorgerufen wurde, ist unstrittig, aber dass zwischen diesen Parteien die Verantwortung nun schamlos hin- und hergeschoben wird, ist nicht weiter hinnehmbar.

Nachdem der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der Potse die Möglichkeit verwehrt hat, in Räume der Liegenschaft Potsdamer Str. 140 einzuziehen, weil er dort lieber eine Finanzschule sieht als selbstverwaltete Jugendzentren, kann er sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen. Als Finanzsenator besitzt er zudem einem umfassenden Einfluss auf die Berliner Immobilienmanagement GmbH, um brauchbare Ersatzräume im Landeseigentum zu finden.

Sandra Scheeres (SPD) steht als Senatorin für Bildung, Jugend und Familie ebenfalls in der Pflicht, sich für die Interessen der Jugendlichen und für politische Bildung einzusetzen. Getan hat sie bisher: Nichts. Obwohl hunderte Berliner Jugendliche seit Jahren um den Erhalt der Potse und des Drugstores kämpfen, ist Frau Scheeres dieser Zustand anscheinend vollkommen egal. Die Stimmen der Jugendlichen müssen endlich ernst genommen werden! Was ist euch Berlin wert, wenn die Politik die Jugend aus der Stadt verjagt?

Jugendkultur ist Kultur: In der Potse und dem Drugstore wurden jahrzehntelang unkommerzielle Konzerte, Theateraufführungen, Lesebühnen und Ausstellungen veranstaltet, die von zehntausenden Menschen in Anspruch genommen wurden. Somit sind beide Orte ein wichtiger Teil der Berliner Kulturszene. Deshalb steht auch Klaus Lederer (Linke) als Kultursenator in der Verantwortung, sich für Jugendzentren einzusetzen. Jugendkultur nicht als Kultur zu erachten, ist keine sinnvolle Lösung. Hochkultur allein macht Berlin in seiner Vielfältigkeit nicht aus. Jede bekannte Band hat irgendwann und irgendwo mal klein angefangen und in solidarischen Räumen gespielt. Die Potse und das Drugstore sind solche Orte.

Nun wurde kürzlich mit dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke), eine erste Verhandlungsbasis gefunden. Es klingt verheißungsvoll, dass dieser die Zollgarage im ehemaligen Flughafen Tempelhof vorgeschlagen hat und endlich etwas ins Rollen kommt. Allerdings: Eine Lösung aller Probleme ist noch immer nicht in Sicht. Die Zollgarage wird nach derzeitigem Stand leider noch keine Dauerlösung sein.

Deswegen FORDERN wir vom Bezirk Tempelhof-Schöneberg und der Stadtregierung von Berlin:

1. Eine sofortige Aussetzung der Räumung, bis adäquate Ersatzräume für Potse und Drugstore feststehen. Wir sind überzeugt davon, dass Berlin mehr Jugendräume braucht und nicht weniger. Gerade jetzt, während einer Pandemie, in welcher Jugendliche kaum mitgedacht werden, ist es wichtig, Räume für Jugendliche zu erhalten und nicht gewaltsam zu räumen. Räume, in denen sich junge Leute treffen, organisieren und austauschen können. Freiräume, die emanzipatorisch und unkommerziell sind. In einer Stadt wie Berlin, welche immer mehr ausverkauft wird und zu einem Ort wird, den sich viele Menschen nicht mehr leisten können, ist es besonders wichtig, solche Strukturen zu erhalten. Wir müssen dafür sorgen, dass Berlin eine soziale Stadt bleibt.

2. Oliver Schworck (SPD), der Jugendstadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg muss, sofern die Räumung der Potse tatsächlich am 19.05.2021 stattfinden sollte, die notwendigen Konsequenzen ziehen.

3. Eine vertraglich festgelegte Sicherung der adäquaten räumlichen Versorgung der Jugendzentren Potse und Drugstore auf Dauer. Auch wenn die Zollgarage im Flughafen Tempelhof eventuell zukünftig saniert werden muss, braucht es vertraglich gesicherte Ersatzräume für die Nutzer*innen der Jugendzentren.

4. Dass die Räumungswelle, die schon zu viele Freiräume in den letzten Monaten und Jahren getroffen hat, endlich gestoppt wird. Denn diese ist kein Unglück oder Zufall – es sitzen ganz reale Menschen hinter diesen Entscheidungen. Es gilt jetzt, die Landespolitik in die Pflicht zu nehmen, endlich auf die unzähligen Stimmen der Stadt zu hören und nicht auf die der meistbietenden Investor*innen. Berlin braucht – gerade in Zeiten einer Pandemie – einen berlinweiten und umfassenden Räumungsstopp für alle sozialen und kulturell genutzten Orte. Jetzt und sofort!

Wenn die Forderung, die Räumung der Potse auszusetzen, bis zum 14. Mai 2021 nicht umfassend erfüllt und öffentlich kommuniziert wird, müssen wir als Zivilgesellschaft davon ausgehen, dass die Räumung des selbstverwalteten Jugendzentrums Potse von der Politik nicht gestoppt werden wird. Der politische Wille, die Potse zu erhalten, ist damit nicht mehr als ein unerfülltes Wahlversprechen.

Wir stehen gemeinsam für eine solidarische Stadt von unten ein und kämpfen gegen die Verdrängung und Räumung von sozialen und kulturellen Freiräumen und Projekten.

Unterzeichnet von:

Bands und Musikgruppen :
1. Taxi nach Tegel
2. HAUSVABOT
3. Berliner Frauenchor Judiths Krise
4. Fontanelle
5. One Step Ahead
6. Lauratibor Protest-Oper
7. Zecknäcks
8. Daran SchaitertZ
9. Resistenz’32
10. Terrorgruppe
11. Jogida

Bars, Clubs und Festivals:
12. Suicide Circus
13. ://About Blank
14. Syndikat
15. Meuterei
16. Pirata Patata
17. Franziskaner
18. YAAM
19. Rock’n’Roll Herberge
20. Der Goldene Hahn
21. Der Franken
22. Mensch Meier
23. Resist to Exist Festival
24. Fusion Festival

Jugendkulturzentren und Jugendvereine:
25. T.E.K. e.V. (Till Eulenspiegel-Kette e.V.)
26. Naturfreundejugend Berlin
27. Unabhängiges Jugendzentrum Pankow JUP e.V.
28. Haus der Jugend Bunte Kuh e.V.
29. Landesjugendring Berlin e.V.
30. Kreisjugendring Köpenick e.V.
31. Café Köpenick
32. selbstverwaltetes Jugendzentrum Potse
33. selbstverwaltetes Jugendzentrum Drugstore

Initiativen, Vereine und Interessensvertretungen:
34. Spreepublik
35. Info- und Stadtteilladen Lunte
36. Mieter_inneninitiative H48
37. ANONYME ANWOHNENDE
38. WEM GEHÖRT KREUZBERG
39. AG Eigenbedarf kennt keine Kündigung
40. Anarche Berlin
41. Quartiersmanagment Grunewald
42. Hedonistische Internationale
43. AmMa65 e.V.
44. Wem Gehört Berlin
45. Block89
46. Bucht für Alle
47. Reclaim Club Culture
48. ALERT
49. Indiwi e.V.
50. Bergpartei, die Überpartei
51. Antiverschwurbelte Aktion
52. Bündnis Zwangsräumung verhindern
53. Rat der Künste Berlin
54. Kiezpalaver Schöneberg
55. Beirat des Initiativenforums Stadtpolitik Berlin
56. Köpi
57. Köpi Wagenplatz
58. Eye!Warning – Filmproduktion
59. Chile Freundschaftsgesellschaft „Salvador Allende“
60. Bündnis für bezahlbare Mieten Neukölln
61. Berliner Aktion gegen Arbeitgeberunrecht (BAGA)
62. Demokratische Initiative 100% Tempelhofer Feld
63. Linienstr. 206
64. Kunstblock and beyond Berlin
65. AG StopHeimstaden
66. Lause Bleibt!
67. Fédération Droit au logement (Frankreich)
68. „La Bombonera“ Limbach-Oberfrohnau
69. AK Pariser Kommune
70. Antirassistische Initiative Berlin Initiative Mieter:innengewerkschaft Berlin
71. Club of Roam – Autostop! e.V.
72. Prachttomate
73. Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union e.V. Landesverband Berlin-Brandenburg
74. Torhaus Berlin e.V.
75. THF Radio
76. Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn
77. Initiative Stadtneudenken Berlin
78. Clubcommission Berlin e.V.
79. Rummels Bucht
80. Bewegungsfreiheit Soli-Party Reihe
81. Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen!
82. Bizim Kiez
83. Mieter*innen Initiative Weißensee
84. THF Vision
85. Netzwerk #200Häuser
86. Anarchistische Bibliothek Wien
87. HINZ UND KUNZ LEIPZIG
88. Interkiezionale
89. Regenbogenfabrik
90. Bauhütte-Kreuzberg
91. Schaubude Berlin
92. Projekt ‚beGEG(e)Nung
93. Gedenkort Fontanepromenade 15
94. Kiezversammlung44
95. Kiezladen Allee154
96. Villa Kuriosum
97. BBK – Berufsverband Bildener Künstler*innen
98. Atelierbeauftragter der Stadt Berlin
99. Kiezladen Friedel54 im Exil
100. Sozialistische Jugend – die Falken Berlin

Informationen für Mieter*innen nach dem gekippten Mietendeckel

Der Mietendeckel ist ungültig — was nun?

PDF-Datei zum Download

Antrag auf Kostenübernahme noch im April stellen

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts  vom 15. April 2021, in dem der Berliner Mietendeckel rückwirkend für verfassungswidrig erklärt wurde, besteht nun dringender Handlungsbedarf der Mieter*innen.
Das Urteil bedeutet, die betroffenen Berliner Haushalte müssen nun rückwirkend die bisher gedeckelte Miete zahlen. Diese Rückzahlungspflicht entsteht mit Tag der Urteilsverkündung, also ab dem 15. April 2021, spätestens aber, ab dem Tag, an dem Vermieter*innen die Zahlung gegenüber den Mieterinnen und Mietern geltend machen. Teilweise müssen pro Haushalt mehrere Tausend Euro nachgezahlt werden.

Anspruch auf Übernahme der Kosten haben alle Haushalte, die laufende Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII erhalten, aber auch Kinderzuschlag und Wohngeld beziehende, sowie niedrig – und mittelverdienende Haushalte, die durch die Nachzahlungsforderung einmalig im Monat der Fälligkeit der Forderung hilfsbedürftig im Sinne des SGB II/SGB XII werden.

Diese Anträge sollten noch im April 201 gestellt werden, spätestens aber in dem Monat, in dem die Nachzahlungen der Miete fällig gestellt werden.

Ich möchte die Berliner Beratungsstrukturen eindringlich darum bitten, breit auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Die Aussage des Senats, im Notfall könne dafür ein Darlehen gewährt werden, ist so nicht zutreffend. Wird der Antrag rechtzeitig gestellt, besteht in den o.g. Fällen ein Übernahmeanspruch auf Zuschussbasis. Dafür muss von den Betroffenen rechtzeitig gehandelt werden.

Alle wichtigen Informationen dazu auf der Tachelesseite

Sonntag 25.04. um 13 Uhr Fahrraddemo gegen den #Mietenwahnsinn

Wir fordern: Mietschuldenerlass — Bundesdeckel — Enteignung — JETZT!

Kein Geld für Spekulanten!
Viele Berliner:innen sind seit Kippen des #Mietendeckels von hohen Rückzahlungen betroffenen. Mietschuldenerlass — nicht staatlichesmSponsoring der Superreichen muss die Antwort sein!

Die Wohnungen sind zu teuer!
Der Mietendeckel war, ist und wird die richtige Antwort darauf sein. Deshalb fordern wir den Bundesdeckel!

Wohnraum darf keine Ware sein!
Deshalb fordern wir die Enteignung der großen Wohnunternehmen und Vergesellschaftung des gewonnen Wohnraums.

Deshalb nehmen wir uns die Straßen und kommen nicht zur Ruhe.
Kommt zur CriticalMassBike am Sonntag für den bundesweiten Mietendeckel!

Ort: Hermannplatz, Neukölln

Stellungnahme zur Spontandemo zum gekippten Mietendeckel am 15.04.

„Wenn sie uns den Deckel nehmen, kommen wir mit tausenden Deckeln wieder!

Wir waren riesig, super laut und bunt! Auch ein eskalativer 
Polizeieinsatz kann uns nicht stoppen! 

Über 20.000 Menschen kamen am 15.4.2021 spontan zusammen auf die Straße, nach dem der Mietendeckel vom Verfassungsgericht verschrottet wurde. Wütend über die Folgen des Gerichtsurteils, zog die Demo kämpferisch, bunt, lautstark, auf Topfdeckeln schlagend und mit vielen Spruchbändern vom Hermannplatz bis zum Kotti. Für 1,5 Millionen Berliner Haushalte bedeutet das Urteil, dass sie dem Prinzip „Wohnraum
als Ware“ weiter schutzlos ausgeliefert bleiben, bis hin zum Wohnungsverlust, während es der Immobilienwirtschaft weiter steigende Profite sichert.

Schon vor Beginn der Demo gab es Anzeichen, dass die Polizei kein „deeskalierendes“ Konzept verfolgen würde. Im Gegenteil, so stand vor Demobeginn am Hermannplatz ein Gefangenentransport bereit, am Kotti in der Reichenberger Straße wurde kurz nach Beendigung sofort eine mobile Gesa errichtet. Als der Demoanmelder am Kotti angekommen war, wurde er von der Polizei massivst gedrängt, die Demo zu beenden. Dabei war gerade erst ein Drittel der Demo am Kotti angekommen, während tausende Demonstrierende noch von der Demostrecke auf den Kotti strömten! Leute auf dem Kotti und Ankommende von der Demo wurden nun von der Polizei bedrängt, den Kotti sofort zu verlassen. Dabei kam es wiederholt zu Provokationen und Übergriffen durch die Polizei, die Pfefferspray und Knüppel einsetzte, Menschen kesselte und 48 Personen festnahm.

Wir weisen die Übergriffe durch die Polizei zurück und sind solidarisch mit allen von Repression Betroffenen. Meldet Euch beim Bündnis (mail@mietenwahnsinn.info) oder beim Ermittlungsausschuss (www.ea-berlin.net, ea-berlin@riseup.net).

Wir werden auch weiterhin unseren Protest lautstark und wütend äußern!
Vernetzen wir uns!
Kommt zu unseren Bündnistreffen und zu weiteren Aktionen, jetzt erst recht!

PDF-Datei zum Download

BUNDESDECKEL JETZT!

Update vom 15.04. um 9:30 Uhr: das Bundesverfassungsgericht hat den Mietendeckel gekippt!

Mietenstopp überall!

Das BVerfG verkündet am Donnerstag  (15.04.21) früh sein Urteil über den Berliner Mietendeckel, ohne Anhörung. Der Mietendeckel ist zwingend notwenig gegen die rasant gestiegenen Mieten in der Stadt, auch wenn viele Ausnahmen darin formuliert sind. Hauptsächlich CDU, FDP und die Immobilienlobby haben den Mietendeckel auf allen Ebenen angegriffen.
Bringen wir unsere Wut auf die Straße.

Kommt zur angemeldeten Spontan-Demo um 18 Uhr zum Hermannplatz. Bringt (Topf-)Deckel mit! 
Wenn sie uns einen Deckel nehmen, kommen wir mit tausenden Deckeln wieder!

PM 15.04.2021 zum gekippten Mietendeckel durch das Bundesverfassungsgericht

Presseartikel zur Demonstration unter ‚Presse‘ auf der Webseite: Link

Fotos von der Demonstration unter ‚Demos‘ auf der Webseite: Link

Housing Action Day: Demo am 27.03.2021

Trotz Mietendeckel und trotz Pandemie geht die Verdrängung von Mietwohnungen und Gewerbe fast ungehindert weiter. Deshalb rufen wir zur Demonstration auf und fordern:

1) UMWANDLUNG VON MIET- IN EIGENTUMSWOHNUNGEN STOPPEN!

2) MIETSCHULDEN ERLASSEN!

3) VERDRÄNGUNG VON GEWERBE AUFHALTEN!

4) MIETEN SENKEN — GEWINNE UMVERTEILEN!

5) BODENSPEKULATION BEENDEN — WOHNUNGSKONZERNE VERGESELLSCHAFTEN!

Die Demo findet am Housing Action Day 27.03.2021 statt, an dem bundes- und europaweit für ein Recht auf Wohnen demonstriert wird.

Mehr Informationen hier

Stellungnahme vom Bündnis gegen #Mietenwahnsinn zum Mietengipfel vom 23.02.2021

Verheerende Bilanz

Dieser Wohngipfel hat sich wie üblich intensiv mit den Interessen von Immobilienunternehmen und Bauindustrie beschäftigt, aber den Wohnenden nur einen Platz am Katzentisch zugebilligt.  Und dementsprechend wurden auch unsere Forderungen wieder nicht gehört oder ignoriert — Demokratie sieht anders aus!

Link zum Weiterlesen

Mega Deal verhindern!

Häuser in kommunalen Bestand übernehmen!

Steuerschlupflöcher konsequent schließen!

Disclaimer: Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, aber letztlich ist unsere These, die wir aus unseren Rechercheergebnisse gezogen haben, eine Vermutung. Um unsere Thesenbildung transparent zu machen, legen wir unsere Quellen und Rechercheergebnisse offen.

Quellen und Rechercheergebnisse zum vermuteten Akelius-Mega Deal

Vermutlich plant Akelius mit drei Schritten in einem Mega Deal mehrere tausende Wohnungen in Hamburg und Berlin zu verkaufen, flankiert von einer gewaltigen Steuervermeidung und der Abführung der Gewinne nach Kanada.

Schritt 1: Akelius verrechnet durch die Verschiebung von Häusern in GmbH & Co. KG’s Verluste mit Gewinnen und verbucht gleichzeitig steuersparend die „stillen Reserven“.

Schritt 2: Anschließend verkauft Akelius in einem Mega Deal diese Häuser, ohne vorherige weitere Investitionen oder Umwandlung in Eigentumswohnungen.

Schritt 3: Dadurch reduziert Akelius seinen Bestand in Berlin und Hamburg drastisch und expandiert mit den Gewinnen nach Nordamerika, vorrangig nach Kanada.

An Akelius lassen sich alle Missstände und Mängel im Mieter*innen-Schutz aufzeigen. Erst kauft Akelius Häuser großflächig im Share Deal und umgeht damit das bezirkliche Vorkaufsrecht in den Milieuschutzgebieten. Dann verfolgt Akelius systematisch die Vernichtung preiswerten Wohnraums durch die dauerhafte Verschiebung der Wohnungen ins Luxussegment. Nun wandelt Akelius entweder Mietwohnungen in Eigentumswohnungen um und verkauft sie zu Höchstpreisen oder verkauft sie in einem Mega-Deal an einen anderen Spekulanten weiter. Nichts von alledem ist im Interesse von uns Mieter*innen.

Für Städte wir Berlin oder Hamburg ist Akelius ein massives Problem. Durch die ausschließlich am Profit orientierte Geschäftspraxis von Akelius werden administrative Instrumente zum Schutz von Mieter*innen und der städtischen Infrastruktur ausgehebelt. Durch die zusätzliche systematische Steuervermeidung im Geschäftsgebaren von Akelius entgehen den Städten und den Verwaltungen Millionen Euro, die notwendig sind um einen Stadt am Laufen zu halten. Das heißt, zum einen belastet Akelius die Sozialkassen der Städte, indem Akelius die Mietpreise anheizt, wodurch Mieter*innen zunehmend auf Transferleistungen angewiesen sind, um die steigenden Mieten zahlen zu können. Und gleichzeitig verweigert Akelius durch Steuertricks die Zahlung von Steuern, die die Städte für ihre Sozialausgaben benötigen.

Politisch lässt sich am Beispiel von Akelius veranschaulichen, dass große private börsennotierte Immobilienkonzerne viel zu viel Macht besitzen. Mit ihren riesigen Beständen und durch das Hin- und Herschieben ganzer Stadtteile betreiben sie Stadtentwicklungspolitik, dabei ist aber genau das die originäre Aufgabe von Politik und Verwaltung. Es braucht dringend wirksame Instrumente gegen diese großen profitorientierten Konzerne. Wohnen ist ein Menschenrecht und fällt in den Bereich der Daseinsfürsorge, die grundsätzlich nicht privatwirtschaftlich sondern am Gemeinwohl orientiert betrieben werden sollte.

Forderungen

Wir fordern von der Politik, diesen Akelius-Mega-Deal nicht zuzulassen, sondern alle Häuser in den kommunalen Wohnungsbestand zu übernehmen!

Wir fordern den sofortigen Stopp aller laufenden Umwandlungen und das ausnahmslose Verbot der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen!

Wir fordern die Ausweitung des kommunalen Vorkaufsrechts auch auf Nicht-Milieuschutzgebiete und insbesondere das Recht zum preislimitierten Vorkauf!

Wir fordern die ausnahmslose Schließung aller Steuerschlupflöcher sowie die konsequente Prüfung aller bisherigen Akelius-Share Deals und die Strafverfolgung nachgewiesener fingierter Akelius-Share Deals!

Wir fordern einen konsequenten Mieter*innenschutz mit dauerhaftem Mietendeckel und der Vergesellschaftung von Akelius im Rahmen der Kampagne „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“!

Wir fordern die Gewährleistung aller Mieter*innenrechte und die Schaffung von Transparenz im Wohnungs- und Finanzmarkt durch die Einführung eines Wohnungs- und Mietenkatasters!

Wir fordern das Menschenrecht auf Wohnen endlich in die Praxis umzusetzen!

Akelius-Mieter*innenvernetzung: zur Webseite

Video von der Mahnwache gegen Obdachlosigkeit vom 29.01.2021

Redebeitrag des Bündnisses für die Vergabe des Jugendzentrums Rathenower Straße 15-18 an die Potse

 Redebeitrag von der Kundgebung  am 27.01.2021
Am Beispiel des von Verdrängung bedrohten Jugendzentrums Potse und des zum Abriss vorgesehenen Jugendzentrums Rathenower Straße 15-18 lassen sich eklatante Schieflagen unserer Gesellschaft aufzeigen.

Das selbstverwaltete Jugendzentrum Potse soll zwangsgeräumt werden. Warum? Weil Spekulanten mit dem Gebäude Profit machen wollen. Dabei besteht die Potse an diesem Ort seit Jahrzehnten. Generationen von Jugendlichen haben die Potse geprägt und sind von ihr geprägt worden. Mit der Gewalt des Geldes soll das nun ein Ende haben. Und die Jugendlichen? Bekommen sie Ersatzräume? Versprechungen gab es, Angebote weniger.

Den Jugendlichen wird mit aller Kälte gezeigt, dass sie in dieser Gesellschaft nichts zählen. Ihre Wünsche interessieren niemanden. Sie haben zu weichen, wenn sogenannte Investoren ihre Räumlichkeiten haben wollen. Der Fetisch Geld steht über allem.

Aber es sind die Jugendlichen von heute, die morgen die Renten derjenigen zahlen sollen, die ihnen heute die Räume wegnehmen. Es sind die Jugendlichen von heute, die morgen die Klimakatastrophe ausbaden müssen, die sie selbst nicht verursacht haben. Es sind die Jugendlichen von heute, die schon jetzt weder eine Chance auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag noch auf einen bezahlbaren Mietvertrag haben. Und es sind die Jugendlichen von heute, von denen in der aktuellen Corona-Pandemie Solidarität mit den Älteren gefordert wird – mit der Aussicht in den nächsten Jahrzehnten einen riesigen Schuldenberg abzahlen zu müssen, weil der Profit der Privatwirtschaft mit Milliarden an Steuergeldern aus den öffentlichen Kassen gesichert wird.

Derweil steht seit Jahren das Jugendzentrum Rathenower Straße 15-18 leer. Das Gebäude wurde dem Verfall überlassen und soll nun abgerissen werden. Ein Schlag ins Gesicht der Jugendlichen.

Wir fordern mit den Jugendlichen aus der Potse:

  • Kein Abrisse des Jugendzentrums in der Rathenower Straße!
  • Stattdessen Vergabe dieser Räume an das Kollektiv der Potse!
  • Keine Zwangsräumung der Potse!
  • Stattdessen genug Zeit und viel Unterstützung für den Umzug in die Rathenower Straße!

Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘

25.01.2021 Pressemitteilung vom Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit: Dritte Mahnwache gegen Obdachlosigkeit

Bei der nun schon dritten Mahnwache am Roten Rathaus am 29. und 30. Januar, genau 1 Jahr nach der Zählung, wollen wir auf die derzeitige Situation der scheinbar Vergessenen hinweisen und fordern angesichts der Covid19-Pandemie und des Mottos „Bleib Zuhause“, — „Gebt Zuhause“.

„Wir können nicht bis 2030 warten, bis die Obdachlosigkeit beendet werden soll. Jetzt ist die Pandemie und wieder wurde nur improvisiert um uns Menschen ohne Obdach über den Winter zu bringen“ sind die Worte eines Menschen, der derzeit kein eigenes Zuhause hat. Ganz besonders in diesem Jahr wollen wir als ein breites, immer noch wachsendes Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit, bisher bestehend aus 29 diversen Initiativen, Gruppen, Organisationen und Bündnissen auf dieses unbequeme Thema aufmerksam machen, dass genau jetzt nicht nur ein Umdenken, sondern ein sofortiges Handeln gefordert ist.

Wegen der derzeitigen Pandemie rufen wir nicht dazu auf zur Mahnwache zu kommen. Ihr könnt die Mahnwache auf den sozialen Medien unter #ObdachlosB2901 verfolgen und die Inhalte gerne teilen und verbreiten. Um dennoch eine starke Botschaft zu senden und unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wollen wir Rede-und Musikbeiträgen am Roten Rathaus medial begleiten, live streamen und der Öffentlichkeit Verfügung stellen.

Wir fordern die sofortige Beendigung von Zwangsräumungen und der Beschlagnahmung von bezugsfertigem leerstehendem Wohnraum um obdachlosen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bedingungslos einen Schutzraum, ein Zuhause zu geben.

Wir freuen uns, dass die Berliner Obdachlosenhilfe, als Bündnispartnerin, die tägliche Speisung diese Mal am Roten Rathaus macht, um damit zu zeigen, dass Politik und Behörden viele Menschen bei all den Lockdown-Maßnahmen zurückgelassen hat. Der bekannte Swing-MusikerAndrej Hermlin wird mit seinem Sohn ebenfalls am Freitag, den 29. Januar, nach seinem Livestream einen Auftritt haben und auch die Rapperin Lena Stoehrfaktor konnten wir neben anderen für ein solidarisches Konzert gewinnen.

Wir können nicht nachvollziehen, dass uns, obwohl wir unser strenges Hygienekonzept den derzeitigen Bedingungen angepasst haben, uns das Straßen-und Grünflächenamt in diesem Jahr die Ausnahmegenehmigungen zum Aufstellen eines Dixiklos und eines Unterstandes verweigert. Beiden Mahnwachen 2019 und 2020 wurden uns keine Steine in den Weg gelegt um das Gedenken an die Kältetoten, die es auch diesen Winter schon gab, zu ermöglichen. Wenn jeder Obdachlose derzeit eine menschenwürdige Unterkunft hätte, wäre eine erneute Mahnwache nicht nötig.

Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit

Unterstützende:
Berliner Obdachlosenhilfe, Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen, Bündnis gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn, Iniforum Berlin, IG HAB, Klik e.V., AK Wohnungsnot, Deutsche Wohnen & Co enteignen, Aktivistinnen für Wohnen Mieten und Soziales, Initiative Neue Heimat Mitte, Aktionsbündnis solidarisches Kreuzberg, BIZIM KIEZ, Initiative Leerstand Hab ich saath, Kollektiv „Staub zu Glitzer“, Büro für ungewöhnliche Maßnahmen, Initiative Stadt von Unten, Armutsnetzwerk, Wohnungslosenparlament in Gründung, Potse, Drugstore, VernetzungderAkelius-Mieter*innen, Aufstehen AG Wohnen, Gangway e.V. Straßensozialarbeitin Berlin, Initiative Wem gehört Berlin, Mieterprotest Kosmosviertel, Eberhard-Schultz-Stiftung, Initiative Zwangsräumung verhindern, Initiative Berlin VS Amazon, Mieter TV P2

Flyer zum Download

Kernforderungen der Initiative für das Jugendzentrum Rathenower Str. 15-18 in Moabit

Die Fälle von Zerstörung besonders erhaltenswerter Bausubstanz häufen sich in letzter Zeit dramatisch in Berlin. In Zeiten von Klimawandel und sozialen Verwerfungen müssen wir aber gemeinsam in dieser Stadt einen anderen Ansatz im Umgang mit vorhandenen Ressourcen gewinnen. Behutsame Sanierung und energieeffiziente Ertüchtigung von Bestandsbauten muss dabei vor Neubau gehen, kulturelle und soziale Identität unbedingt erhalten werden.

Das „Jugendzentrum“ in der Rathenower Str. 15-18 in Moabit ist akut von Teil-Zerstörung durch die öffentliche Hand bedroht, der elegante Flachbau mit Verbindungsbrücken und Stegen, sowie die große grasbewachsene Rampe als „vorverlegte Parkkante“ zur dahinter gelegenen Trümmerschicht des „Fritz-Schloß-Parks“, sollen im Frühjahr 2021 abgerissen werden.

Hintergrund für diesen Skandal ist, dass das Grundstück seit 2011 aus der bezirklichen Nutzung genommen und mit dem Ziel der „planungsgebunden Vermarktung“ in das Treuhandvermögen des Liegenschaftsfonds Berlin GmbH überführt wurde. Seitdem ließ man den Standort verwahrlosen und teilweise leer stehen, da er wegen der Flächenausweisung „Gemeinbedarf Jugendzentrum“ für Investoren uninteressant und damit unverkäuflich war. Dank seiner robusten Bauweise hat das Gebäudeensemble diese sträflich unterlassene Instandhaltung bis heute halbwegs überlebt. Jedoch wurde das Jugendzentrum systematisch schlecht geredet, die optische Verwahrlosung tat ihr Übriges, bis der Bezirk Mitte eine B-Plan-Änderung in Gang setzte, die dem bisher planungsrechtlich verankerten „Gemeinbedarf Jugendzentrum“ schadet: indem mitten durch das landeseigene Grundstück ein „Urbanes Gebiet“ mit hohem Nachverdichtungspotential angestrebt wird, ohne Rücksprache mit den Urhebern des Ensembles (NGP -Neumann, Grötzebach, Plessow Architekten). Der vom 28.10.2019 – 15.11.2019 zum ersten Mal öffentlich ausgelegte Bebauungsplanentwurf II-91-1 hängt seit diversen Einsprüchen und unseren Protesten in der Luft.

Zum 1.6.2020 wurde das landeseigene Grundstück der WBM übertragen, die es wiederum an die GSE verpachtete. Einigen Mieter*innen im – nun akut vom Abriss bedrohten – „Flachbau“ wurde zu Ende März 2021 gekündigt. Der drohende Teil-Abriss verstümmelt die ausgewogen proportionierte Komposition des Gebäudeensembles von Hoch- und Flachbau mit verbindenden Brücken und Stegen und verunsichert das gesamte soziale Gefüge von Kiezküche, Drogennotdienst, Obdachlosenhilfe und Kinder- und Jugendarbeit vor Ort. Es verhindert darüber hinaus den Einzug von wichtigen Nutzungen, die zu einem im B-Plan verankerten Recht auf ein Jugendzentrum passen und gerade in Pandemiezeiten dringend benötigt werden.

Wir fordern deshalb:

  • Kein Abriss in der Rathenower Str. 16, Graue Energie nutzen, CO2 sparen
  • Endlich Bestand sanieren und Bestandsmieten halten
  • Baukulturell wertvolles Ensemble der Brutalismus-Ära mit allen Gebäudeteilen retten
  • Potse und Drugstore ein Zuhause in der Rathenower Str. 16 geben
  • Sofortiger STOP der Bebauungsplan-Änderung II-91-1
  • Gemeinbedarf Jugendzentrum im gültigen B-Plan II-91 schützen

Bitte unterstützt unser Anliegen für eine soziale Stadtentwicklungs- und Kulturpolitik in Zeiten von Corona.

Kundgebung: Mittwoch, 27. Januar 2021, 16 Uhr – Rathenower Str. 16, 10559 Berlin Moabit.
Selbstverständlich mit Maske und Abstand!

Kontakt:
Initiative „Wem gehört Berlin„, c/o plattform nachwuchsarchitekten, Nazarethkirchstr. 39, 13347 Berlin

Pressemitteilung des Bündnisses #2021Solidarisch

Nach abermaliger Überlegung hat sich das Bündnis #2021Solidarisch dazu entschieden, die für den 31.12.2020 geplante Demonstration bis auf weiteres zu verschieben.

Das generelle Versammlungsverbot an Silvester und Neujahr hat uns vor Probleme gestellt. Auch wenn das Verbot nicht mit dem Infektionsschutz begründet wurde, ist ein Vorgehen dagegen schwer vermittelbar und auch juristisch mit Risiken verbunden. Sorgen aufgrund des Infektionsgeschehens wollen wir nicht ignorieren. Außerdem bestand die Befürchtung, durch eine Klage dem Diskurs der Coronaleugner:innen Vorschub zu leisten. Beide Bedenken möchte das Bündnis ernst nehmen.

Gleichzeitig wollen wir mit Menschen, die am 31.12.20 für eine linke Alternative und gegen Corona-Leugner:innen auf die Straße gehen wollen, solidarisch sein!

Wir müssen und wollen auch als breites Bündnis weiterhin für eine solidarische Antwort auf die Corona-Krise kämpfen und den rechten Corona-Leugner:innen etwas entgegensetzen. Wir mobilisieren deswegen für eine große gemeinsame Demonstration im Frühjahr.
Raus aus der Krise, rein in die Umverteilung! 2021 solidarisch!

Webseite: Wer hat, der gibt

Infos zum Berliner Mietendeckel

Die nächste Stufe des Berliner Mietendeckels tritt am 23. in Kraft. Überhöhte Mieten können damit gesenkt werden, wenn Mieten die festgeschriebenen Obergrenzen um mehr als 20 Prozent überschreiten.

Auf der Webseite vom Berliner Mieterverein findet ihr umfassende Informationen zum Berliner Mietendeckel und auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen könnt ihr mit dem Mietendeckelrechner eure Miete überprüfen.

12.11.2020 Pressemitteilung: 10 Punkte Soforthilfeplan 2.0 — obdachlose und wohnungslose Menschen JETZT vor dem Coronavirus schützen!

von LeaveNoOneBehindNowhere – Bündnis obdachlose und wohnungslose Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchtgeschichte

Seit Ende September auf der Strategiekonferenz Wohnungslosigkeit der Berliner Sozialsenatorin Reden über Housing First und einen Masterplan zur Abschaffung von Obdachlosigkeit gehalten wurden, hat sich praktisch kaum etwas verbessert: In Berlin müssen nach wie vor ca. 50.000 wohnungslose Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchtgeschichte in Massenunterkünften in Mehrbettzimmern mit Gemeinschaftssanitäranlagen leben. Sie sind dort ohne Möglichkeit Abstandsregeln einzuhalten dem Virus schutzlos ausgeliefert. Andere leben ganz auf der Straße. Wer Krankheitssymptome hat, wird in Einrichtungen der „Kältehilfe“ nicht mehr aufgenommen.

Obwohl die neue Infektionswelle im Winter absehbar war, spricht die Senatsverwaltung für Integration und Soziales erneut von einem Corona-Engpass in der Obdachlosenhilfe. Vor diesem Hintergrund handelten Menschen ohne Obdach selbst und besetzen am 29.10.2020 ein seit Jahren zu Spekulationszwecken leerstehendes Mietshaus in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte. Sie beanspruchten ihr Recht auf eine Wohnung und den Schutz ihrer Gesundheit. Menschen, die hofften, in diesen Wohnungen geschützt über den Winter zu kommen, wurden trotz laufender Verhandlungen mit dem Bezirk Mitte von der Polizei umgehend auf die Straße gesetzt mitten in der Corona Pandemie.

Wir wollen Taten statt Worte! Wir erwarten die Unterstützung von Selbsthilfeinitiativen statt deren Vertreibung durch die Berliner Polizei. Wir wollen Lösungen statt Beschwichtigungen. Wir brauchen strukturelle Veränderungen statt öffentlichkeitswirksamer Leuchtturmprojekte.

In der Pandemie braucht es kreative Wege, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen und bürokratische Hürden und Zuständigkeiten zu überwinden. Das ist in vielen Bereichen möglich. Zum Schutz von wohnungslosen Menschen anscheinend leider nicht. Stattdessen schieben sich Senat und Bezirke derweil gegenseitig die Verantwortung zu.

Wir fordern — wie bereits im Frühjahr 2020 — die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales sowie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung erneut auf, zum Schutz vor der Corona Pandemie umgehend unseren Soforthilfeplan zur menschenwürdigen Unterbringung obdachloser und wohnungsloser Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchtgeschichte umzusetzen.

Massenunterkünfte sind zu schließen, stattdessen sind Ferienwohnungen, Businessapartments und Hotels zur Unterbringung der Menschen zu nutzen. Die von der Senatorin auf den Weg gebrachte Öffnung vom Pfefferbett-Hostel mit 90 Plätzen und zwei weiterer Hostels für obdachlose Menschen ist zwar eine kleine Verbesserung der Kältehilfe in Berlin, entspricht aber in keinster Weise dem, was zum jetzigen Zeitpunkt geboten und möglich ist.

Wir fordern zudem den Zugang zu kostenlosen Tests durch medizinisch geschultes Personal für alle Menschen, unabhängig von Krankenversicherungs- und Aufenthaltsstatus.

Wir fordern die Sicherstellung einer menschenwürdigen Unterkunft und ggf. medizinischer Behandlung für alle obdach- und wohnungslosen Menschen — auch bei Krankheitssymptomen, positivem Testergebnis sowie Kontaktpersonen, unabhängig von Krankenversicherungs- und Aufenthaltsstatus sowie keine Weitergabe der Daten an Ausländerbehörden und Polizei.

Angesichts der Pandemiezeiten muss endlich die lang angekündigte „gesamtstädtische Steuerung“ zur Unterbringung wohnungsloser Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchtgeschichte unter Einbeziehung der Bezirke umgesetzt werden. Wir fordern einen Masterplan zur Abschaffung von Obdachlosigkeit UND Wohnungslosigkeit. Wir fordern eine klare, öffentliche und langfristige Abkehr vom Prinzip der Massenunterbringung von Menschen und stattdessen ein Bekenntnis zu Wohnungen für alle, inklusive Zeit- und Finanzierungsplan zur Umsetzung.

Der aktualisierte 10-Punkte-Soforthilfeplan ist hier abrufbar.

Pressekontakte:
Selbstvertretung wohnungsloser Menschen:
D. Dymarski, dirk.dymarski@wohnungslosentreffen.de und
S. Schneider, stefan.schneider@wohnungslosentreffen.de

Flüchtlingsrat Berlin:
N. Brezger, brezger@fluechtlingsrat-berlin.de

Bündnis solidarische Stadt:
B. Sanli, lnobnowhere@riseup.net

Geflüchteninitiativen:
F. Karimi, felicitas.karimi@gmx.de

Nobember 2020 Studie: Analyse der Eigentümergruppen und ihrer Geschäftspraktiken auf dem Berliner Immobilienmarkt

Fast die Hälfte der Stadt Berlin gehört wenigen tausend Multimillionären

Diese Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist die erste systematische Auswertung von Eigentumsverhältnissen im Immobilienbereich in Berlin und den verschiedenen Geschäftsmodellen. Sie öffnet die Blackbox der privaten Großgrundbesitzer, über die bisher wenig bekannt ist. Die Studie beschreibt bis dato unbekannte Eigentümer mit mehr als 3.000 Wohnungen genauso wie solche, die unterhalb dieser Grenze liegen und über die bisher kaum etwas bekannt ist. «Die Studie räumt mit dem Mythos des netten kleinen Privatvermieters als Hauptakteur auf dem Immobilienmarkt genauso auf wie mit dem Mythos des Wohneigentums als universelle, soziale Absicherung.», fasst Studienautor Christoph Trautvetter, Leiter des Projekts «Wem gehört die Stadt?»  der Rosa-Luxemburg-Stiftung zusammen. Denn fast die Hälfte der Stadt gehört wenigen tausend Multimillionären: Die ungebrochenen Preissteigerungen auf dem Wohnungsmarkt bringen ihnen immense, leistungslose Renditen von teilweise über 20 Prozent im Jahr. Die Studie vergleicht zudem Geschäftszahlen und -praktiken der börsennotierten Wohnungsunternehmen mit den landeseigenen und genossenschaftlichen Gegenstücken.

Wem gehört mein Haus? Eigentümer*innenrecherche im Online-Annex zur Studie

Auch Mieter*innen können unter www.wemgehoertdiestadt.de mit wenigen Klicks in die Daten der Recherche eintauchen. Die Website enthält weitere Daten zu den in der Studie vorgestellten Eigentümern und zu mehr als zweihundert weiteren Akteuren des Berliner Immobilienmarkts. Damit erleichtert sie Mieter*innen, anhand ihrer Adresse oder der ihnen bekannten Firma nach weiteren Anhaltspunkten zu den Hauseigentümer*innen zu suchen.

Publikation der Rosa Luxemburg Stiftung ‚WEM GEHÖRT DIE STADT?! von Christoph Trauvetter

Download der PDF-Datei

Nachruf auf Peter Grottian des Teams vom BlackRock Tribunal, Nov. 2020

Das Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn schließt sich dem Nachruf auf Peter Grotian an. Er war häufiger während der Vorbereitung zum BlackRock Tribunal auf  unserem Plenum.

Am Donnerstag, den 29. Oktober 2020 ist Peter Grottian verstorben, ein großer Verlust.
Peter Grottian verfügte über ein klares Verständnis davon, welche Gefahren für die Demokratie bestehen. In Bezug auf den Vermögensverwalter BlackRock sprach Peter sorgenvoll vom kommenden BlackRock Bürger.

Peter Grottian 1942 in Wuppertal geboren, war von 1979-2007 Professor für empirische Staats- und Verwaltungsforschung am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Die Schwerpunkte seiner Lehre waren Strategien zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit, Neue soziale Bewegungen, Umbau des Sozialstaates und Metropolenentwicklung. 1985 verzichtete er auf ein Drittel seiner Professorenstelle, damit eine Stelle für eine Genderforscherin geschaffen werden konnte. Er organisierte Bürgerproteste gegen die Bankenmacht, protestierte unter anderem gegen die Automobilindustrie, den Waffenhandel, Glyphosat und Hartz-IV – nicht selten war er der Initiator des gebotenen Widerstands unter Berufung auf die Demonstrations- und Meinungsfreiheit und setzte sich nun zum Schluss dafür ein, das Tribunal gegen BlackRock zu realisieren.

Er hat sich in den letzten Monaten oft geärgert, darüber, dass sich die Zivilgesellschaft alles gefallen lässt, darüber, wie schwer es war aktive Mitstreiter im Kampf gegen den Finanzgiganten BlackRock zu finden und im Juni dieses Jahres empörte er sich darüber, niemanden aus dem linken Umfeld zu finden, der mit ihm eine Demonstration zur Situation der Kurzarbeit und Jobverluste ausgelöst durch die Pandemie Krise, organisieren würde.
Wie brav die Leute sind, damit hatte Peter ein Problem. Er hatte den Mut zur Unzufriedenheit, welche er einen spüren ließ. Und immer wieder fragte er, wo ist die Zivilgesellschaft, wo sind die Verbände, was ist mit dem zivilen Ungehorsam, für den er ein wichtiger Fürsprecher war.
Auch sein letztes Projekt das BlackRock Tribunal im September, welches ohne seinen beharrlichen Einsatz nicht stattgefunden hätte, konnte ihn bezüglich des Einsatzes der Zivilgesellschaft nicht zufrieden stellen. Wo sind die jungen Leute, wo sind die Medien, was können wir tun?
Das zentrale Problem der Gegenwart bestand für ihn darin, Formen der politischen Organisation von Unten zu finden, die den globalen Zusammenhängen gerecht werden. Er berief sich auf seinen verstorbenen Freund und Mitstreiter Wolf-Dieter Narr, der von einer „Niemandsherrschaft“ sprach, eine scheinbar nicht mehr greifbare oder zurechenbare, ökonomische Herrschaft, die er durch das Benennen des mächtigen Akteurs BlackRock brechen wollte.
Mit Werner Rügemer, der in seinem Buch „Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts“ differenziert auf BlackRock eingeht, konnte er einen fundierten Kenner des Finanzkapitalismus neuen Typs zur Mitarbeit gewinnen.

Das Tribunal war mit vielen Interessierten und Sachverständigen Referenten auf den Feldern Klima, Rüstung, Miete und Ökonomie und Demokratie insofern ein Erfolg, dass ein erster Schritt geschafft war, den Fokus auf die sich seit der Finanzkrise 2008 stärkenden Vermögensverwalter als Schattenbaken zu richten. Peter hat in Bezug auf das Tribunal stets von einem kleinen Blümlein gesprochen, welches er, als „bemooster Karpfen“ mit seiner wunderbaren „Altersradikalität“ in die Welt setzen wollte. Denn BlackRocks ökonomische Macht hat eine Herrschaftsmacht erreicht, die mit den Grundprinzipien von

Demokratie und sozialer Marktwirtschaft kollidiert. Diese Arbeit haben wir so gut es ging unterstützt. Zufriedengestellt hat ihn auch das nicht und er hätte weiter Druck gemacht. Diesen Druck müssen wir nun ohne ihn ausbauen. Ein unermüdlicher Antreiber wie Peter es war, wird uns dabei, schmerzlichst fehlen. Peter riet uns eindringlich nicht nur am Küchentisch verbal radikal zu sein, sondern diese Radikalität auch zu praktizieren. Dafür war er als Initiator vieler Proteste und Aktionen, Zeit seines Lebens ein Vorbild.

29.10.2020 Pressemitteilung Stay at home! — Obdachlose nehmen sich Wohnungen in Mitte

Heute haben sich wohnungs- und obdachlose Menschen mehrere Wohnungen in der Habersaathstraße 46 angeeignet. Solidarische Unterstützung erhalten sie von Mitarbeiter*innen von Sozialvereinen und mietenpolitisch Engagierten. Die Wohnungen in bester Lage standen seit mehreren Jahren leer.

Wohnen und Gesundheit sind Menschenrechte

Ein langer Winter steht vor der Tür und die Corona-Infektionszahlen steigen durch die Decke. Trotz massenhaften Leerstands in Berlin müssen weiterhin Menschen auf der Straße oder in überfüllten Unterkünften leben. Schutz vor Infektion oder Zugang zu medizinischer Versorgung sind so stark beeinträchtigt. Kälte, Nässe, Stress und Armut tun ihr Übriges.

„Ich will keine Notunterkunft, ich will in meinem eigenen Bett schlafen.“ und „Ich möchte eine Wohnung, weil ich nicht möchte, dass ständig meine Sachen geklaut werden.“, sagen zwei der neuen Bewohner:innen des Hauses.

Spekulativer Leerstand nach Privatisierung

Die ehemalige „Papageienplatte“ in der Habersaathstraße war einst das Schwesternwohnheim der Charité. Im Jahr 2006 wurde es durch den Berliner Senat privatisiert. Im Jahr 2017 wurde das Haus für das zehnfache an die Arcadia Estates GmbH weiterverkauft und seitdem strategisch verwahrlost und entmietet. Der Bezirk duldet seit vielen Jahren diesen spekulativen Leerstand. Der Häuserkomplex sollte für den Neubau von Luxuswohnungen abgerissen werden. Die Abrissgenehmigung wurde nach massiven Protesten zurückgezogen.

Im Juli 2020 hat sich die BVV Mitte endlich auf die verbliebenen wehrhaften Mieter:innen des Hauskomplexes zubewegt und die Rekommunalisierung sowie die Beendigung des Leerstandes beschlossen.

“Während mit Leerstand spekuliert wird, müssen schätzungsweise 10.000 Menschen in Berlin auf der Straße leben. Die Profite einiger weniger dürfen nicht über dem Recht auf Wohnraum für alle stehen. Das Haus muss sofort beschlagnahmt werden oder die Politik muss einen anderen Weg finden um die Wohnungen langfristig zu sichern”, kritisiert Valentina Hauser von der Gruppe Leerstand Hab-ich-saath.

Senat und Bezirk müssen Taten folgen lassen

Dass Obdachlose sich Wohnraum selbst aneignen müssen, ist ein Armutszeugnis für den rot-rot-grünen Senat. Ein Befolgen der sogenannten „Berliner Linie“ wäre inhuman und verfassungsfeindlich (§28 Berliner Verfassung).

“Wenn Innensenator Geisel obdachlose Menschen, die dringend ein Zuhause brauchen, aus der Habersaathstraße räumen lässt, zeigt Rot-Rot-Grün einmal mehr, dass sie vor dem Immobilienkapital kuschen. Wenn stay at home das Gebot der Stunde ist, dann muss das Menschenrecht auf Wohnen für alle Menschen in der Stadt gelten”, so Valentina Hauser.

Wir fordern den Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel, den Bezirksstadtrat Ephraim Gothe sowie die Sozialsenatorin Elke Breitenbach dazu auf, den spekulativen Leerstand in der Habersaathstraße umgehend zu beenden und für alle Besetzer:innen eine würdige Unterkunft zu garantieren.

Initiative „Leerstand Hab-ich-saath“

Pressekontakt
schnecken_presse@systemli.org
Handynummer: 0151 45104407
Twitter: @hab_ich_saath
Blog: lhis.uber.space

Es kann Kontakt zu Besetzer:innen hergestellt werden.

Linktipps:
Unabhängig von der Aktion finden Sie einen offenen Brief zur Unterstützung wohnungsloser Menschen

Mieter:innen:
https://ighab.blogspot.com/
twitter.com/ighabersaath

Stopp Heimstaden!

Das Bündnis Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn solidarisiert sich mit den Mieter*innen aus über 130 Häusern im Widerstand gegen den Großspekulanten Heimstaden und fordert mehr Mieter*innen-Schutz.

In einem Megadeal will Heimstaden mitten in der Corona-Pandemie mehr als 130 Mietshäuser mit rund 4.000 Wohnungen in Berlin kaufen. Die Mieter*innen sind alarmiert. Die außerparlamentarischen mietenpolitischen Initiativen sind alarmiert. Die Stadt ist alarmiert. Zu Recht, denn sowohl ein Megadeal als auch Heimstaden verheißen nichts Gutes.

Verkauft werden die Häuser teilweise von Schönhaus Immobilien, negativ aufgefallen mit der Zerstörung bezahlbaren Wohnraums durch überteuertes, möbliertes Kurzzeitwohnen. Der grösste Teil des Megadeals stammt aber von Gabriel International, ein weiterer intransparenter und bei Mieter*innen berüchtigter Großspekulant. Dass sich Schönhaus verkleinert und Gabriel International evtl. sogar ganz aus Berlin zurückzieht, ist super. Dass Heimstaden kommt, muss verhindert werden. Denn auch Heimstaden steht für die Zerstörung bezahlbaren Wohnraums durch die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.

Für drei der Häuser wurde nun das Vorkaufsrecht gezogen. Das begrüßen wir und freuen uns mit den Mieter*innen dieser Häuser. Wir fordern jedoch auch den Ankauf der anderen Häuser und eine Preislimitierung bei der Ausübung des Vorkaufsrechts. Die Mondpreise der Spekulanten sollten nicht gezahlt werden!

Wir bestärken die Mieter*innen der betroffenen Häuser sich zu organisieren und sich gegen den Verkauf ihrer Häuser an Heimstaden zu wehren. Ihr seid nicht alleine und ihr seid auf dem richtigen Weg. Bei einem ersten online Treffen nahmen bereits 290 Mieter*innen teil.

Für uns zeigt sich an dem Megadeal, dass die dringend benötigte grundsätzliche Kursänderung in Richtung Mieter*innen-Schutz noch lange nicht vollzogen ist. Der Mietendeckel ist nur ein Anfang. Die Kampagne Deutsche Wohnen & Co. enteignen ist umfangreicher, aber auch noch nicht ausreichend.

Was wir Mieter*innen und die Stadt brauchen ist eine konsequente Anwendung des Menschenrechts auf Wohnen und eine konsequente gemeinwohlorientierte Stadtplanung, die Grund und Boden als Gemeingüter anerkennt und schützt.

Die momentane Ausübung des Vorkaufsrechts ist der Versuch, einige wenige Häuser in der Stadt zu rekommunalisieren. Aber das reicht noch lange nicht, um die Gentrifizierung zu stoppen und die jahrelange Privatisierung und den Ausverkauf der Stadt durch die politisch Verantwortlichen rückgängig zu machen. Deshalb bedürfen die Gesetze einer kompletten Korrektur.

Wir fordern daher:

  • ein generelles und ausnahmsloses Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen
  • ein generelles Verbot von Eigenbedarfskündigungen
  • die Ausweitung des Milieuschutzes auf ganz Berlin
  • die konsequente (Re)Kommunalisierung des Berliner Wohnungsbestandes durch ein preislimitiertes Vorkaufsrecht und die Enteignung und Vergesellschaftung von Deutsche Wohnen & Co
  • die flächendeckende Rückgewinnung von Grund und Boden in das Gemeineigentum der Stadtgesellschaft
  • die Abkehr von der gewinnorientierten Bewirtschaftung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften hin zu einem gemeinnützigen Versorgungsauftrag zugunsten der Bewohner*innen und aller Berliner*innen

Bündnis ‚Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘ — Oktober 2020

28.06. Aneignung leerstehender Räume auf dem sogenannten Dragoner Areal!

Kommt vorbei und unterstützt die Aneignung — jetzt solidarisieren!

Für das vor über einem Jahr entmietete Jugendzentrum „Drugstore“ und in Solidarität für das von Räumung bedrohte Jugendzentrum „Potse“ wurden heute auf dem sog. Dragoner Areal jahrelang leerstehende und nicht genutzte Räume besetzt und somit der weitere Verfall dieser beendet.

Die Besetzer*innen fordern eine Zwischennutzung dieser Räume für eine selbstorganisierte, unkommerzielle und antifaschistische Jugendarbeit.

Die Aneignung ist auch ein solidarisches Zeichen gegen die umfangreiche Entmietung und Verdrängung in unseren Stadtteilen, in unserer Stadt!

Tagtäglich verschwinden Nachbar*innen, Gewerbetreibende, unkommerzielle soziokulturelle Räume, linke Projekte, aber auch Freiflächen und Stadtnischen — für Luxuseigentum, Konsumtempel, Bürotürme, für Beton und Autowahn!

Die Aneignung eröffnet auch eine Diskussion darüber, dass wir nicht noch eine weitere Zubetonierung auf dem Areal brauchen.

Ringsum wird Kreuzberg mit Beton und Glas zugeknallt.

Bezahlbarer Wohnraum entsteht durch sofortigen Stopp von Entmietung und Verdrängung und der Reduzierung der Miete.

Das einzigartige Areal braucht ganz andere Räume — für Projekte, Kleingewerbe, selbstorganisiert, selbstverwaltet — mit Räumen für die Nachbarschaft, für Begegnung und ein solidarisches Miteinander.

Twitter:
#Dragi
#dragibleibt
#b2806

Solidarität mit der Liebig34

Das Mietenwahnsinn-Bündnis erklärt sich mit dem anarcha-queerfeministischen Hausprojekt Liebig34 solidarisch.