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19.09.2020: Redebeitrag vom Bündnis auf der Demo WER HAT, DER GIBT
Wir vom ‚Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn‘ beteiligen uns heute an dem bundesweiten Aktionstag, da sich an kaum einem anderen Thema die soziale Ungerechtigkeit unserer Gesellschaft deutlicher aufzeigen lässt, als an dem Thema Wohnen und Mietenwahnsinn.
Denn Wohnen muss jeder und jede.

Es ist ein existentielles Grundbedürfnis und deshalb zu Recht auch ein verbrieftes Menschenrecht. Doch faktisch ist es die Goldgrube für Spekulanten und Profitjäger.
Wir alle wissen: Die Mieten sind in Berlin in den letzten zehn Jahren explodiert. Die Bodenpreise ebenso. Die Konsequenzen für uns Mieter*innen sind inzwischen in allen Stadtteilen die gleichen:

Wir müssen viel zu viel unseres Einkommens als Miete für unsere Wohnungen zahlen.
Wir werden aus unseren Wohnungen, Kiezen und Nachbarschaften immer weiter an den Stadtrand und darüber hinaus verdrängt.
Selbstbestimmtes Wohnen ist ein Luxus geworden.
Das ist an sich schon ein Skandal. Doch die Situation unter der Corona-Pandemie setzt dem noch einen oben drauf. Denn während wir Mieter*innen in Kurzarbeit gehen mussten oder unsere Jobs ganz verloren haben, mussten und müssen wir weiterhin die volle Miete für unsere Wohnungen zahlen. Uns wurden zwar im Shoutdown drei Monate Corona-Mietstundung gewährt, aber kein einziger Cent wurde uns erlassen. Die Schuldenfalle ist für uns dadurch vorprogrammiert. Kein Wunder also, dass vor allem Vermieter und Immo-Konzerne als die großen Gewinner aus der Krise gehen. Das ist nicht gerecht!